Das stille Grundrauschen, das uns trägt
Viele Frauen spüren, dass sich ihr inneres Erleben verändert hat. Sie fühlen sich schneller überreizt, weniger geerdet oder dauerhaft angespannt, ohne dafür einen klaren äußeren Grund benennen zu können. In diesem Zusammenhang taucht immer wieder ein Begriff auf: die Schumann-Frequenz. Doch was verbirgt sich dahinter wirklich – jenseits von Mythen und vereinfachten Erklärungen?
Was die Schumann-Frequenz eigentlich ist
Die Schumann-Frequenz beschreibt eine natürliche elektromagnetische Schwingung der Erde. Sie entsteht im Raum zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre und liegt im Durchschnitt bei etwa 7,83 Hertz. Diese Frequenz ist kein esoterisches Konzept, sondern ein physikalisch messbares Phänomen.
Bemerkenswert ist ihre Nähe zu bestimmten Gehirnwellenzuständen des Menschen. Unser Gehirn bewegt sich in ähnlichen Frequenzbereichen, wenn wir wach und zugleich entspannt sind. Dieser Umstand macht verständlich, warum die Schumann-Frequenz häufig im Zusammenhang mit innerer Ruhe, Regulation und Stabilität erwähnt wird.
Der menschliche Körper als rhythmisches System
Der menschliche Organismus ist auf Rhythmen angewiesen. Schlaf und Wachheit, Anspannung und Entspannung, Aktivität und Rückzug – all das folgt natürlichen Zyklen. Über lange Zeiträume lebten Menschen in enger Verbindung mit diesen äußeren und inneren Rhythmen.
Heute ist unser Alltag oft geprägt von künstlichem Licht, dauerhafter Erreichbarkeit und einer Fülle technischer Reize. Das Nervensystem steht dadurch unter ständigem Anpassungsdruck. Viele der Symptome, die Menschen heute beschreiben, lassen sich als Ausdruck dieser dauerhaften Überforderung verstehen.
Warum Erdung und Natur so entlastend wirken können
Wenn Menschen berichten, dass sie sich in der Natur ruhiger und klarer fühlen, ist das kein Zufall. Natürliche Umgebungen bieten weniger Reizdichte und unterstützen den Körper dabei, in einen ausgeglicheneren Zustand zu finden. Erdende Erfahrungen wie Barfußgehen, bewusste Atmung oder stille Spaziergänge können helfen, das Nervensystem zu regulieren.
Dabei geht es nicht darum, gezielt „Frequenzen zu nutzen“. Vielmehr geht es um eine Rückkehr zu Bedingungen, unter denen der Körper sich wieder orientieren kann. Die Schumann-Frequenz kann in diesem Zusammenhang als ein Sinnbild für diesen grundlegenden Rhythmus verstanden werden.
Ein nüchterner Blick auf Ursachen und Zusammenhänge
So hilfreich dieses Wissen sein kann, ist ein differenzierter Blick wichtig. Körperliches oder seelisches Unwohlsein hat immer mehrere Ursachen. Die Schumann-Frequenz ist kein Erklärungsmodell für alles und kein Ersatz für medizinische oder therapeutische Begleitung.
Sie kann jedoch eine Erinnerung sein: daran, wie sensibel wir auf unsere Umgebung reagieren und wie sehr unser Nervensystem auf Stabilität, Ruhe und Verlässlichkeit angewiesen ist.
Was wir daraus für unseren Alltag mitnehmen können
Vielleicht liegt das eigentliche Geheimnis der Schumann-Frequenz nicht in der Zahl selbst, sondern in dem, wofür sie steht. Für die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt. Für das Bedürfnis nach Erdung und innerer Ordnung.
Diese Gedanken können eine Einladung sein, den eigenen Alltag achtsamer zu gestalten: bewusste Pausen einzubauen, Reize zu reduzieren und Räume zu schaffen, in denen das eigene System zur Ruhe kommen darf.
Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, findest du das vollständige Gespräch in der entsprechenden Podcast-Episode.
Zwei Fragen zur Reflexion
In welchen Momenten deines Alltags fühlst du dich wirklich geerdet und ruhig?
Welche kleinen Veränderungen könnten deinem Nervensystem mehr Entlastung ermöglichen?

