Kennst du die Kraft deines Herzens?
Viele Frauen, mit denen ich arbeite, beschreiben ein ähnliches Gefühl: Sie funktionieren im Alltag, übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen – und spüren gleichzeitig eine leise innere Müdigkeit. Nicht unbedingt körperlich, sondern auf einer tieferen Ebene. Oft hat das damit zu tun, dass der Kontakt zum eigenen Herzen verloren gegangen ist.
In einem Gespräch mit Dennis Del Tiglio haben wir uns genau diesem Thema gewidmet. Nicht aus einer romantischen oder spirituellen Perspektive, sondern aus einer ruhigen, klaren Betrachtung dessen, was das Herz im menschlichen Erleben tatsächlich bedeutet.
Das Herz als innere Orientierung
Wenn wir vom Herzen sprechen, meinen wir nicht nur Emotionen. Das Herz steht für eine Form von innerer Intelligenz. Eine Fähigkeit, stimmige Entscheidungen zu treffen, ohne alles logisch erklären zu müssen. Diese innere Orientierung ist leise. Sie drängt sich nicht auf und konkurriert nicht mit dem Verstand. Sie ergänzt ihn.
Viele Menschen leben heute stark kopfgesteuert. Denken, Planen, Analysieren geben Sicherheit. Doch wenn diese Ebene allein dominiert, geht etwas Wesentliches verloren: das feine Gespür für das eigene innere Erleben.
Warum wir dem Herzen oft nicht vertrauen
Gerade sensible Menschen nehmen viel wahr. Paradoxerweise vertrauen sie diesem Wahrnehmen oft am wenigsten. Von klein auf lernen wir, uns an äußeren Maßstäben zu orientieren: Leistung, Anpassung, Erwartungen. Das Herz passt nicht gut in dieses System. Es lässt sich nicht messen und nicht beschleunigen.
Das führt dazu, dass viele Frauen zwar spüren, dass etwas nicht stimmig ist, dieses Gefühl aber übergehen. Nicht aus Ignoranz, sondern aus Gewohnheit.
Die Folgen eines verlorenen Kontakts
Wenn das Herz dauerhaft überhört wird, macht sich das bemerkbar. Nicht unbedingt durch offensichtliche Krisen, sondern durch ein leises Gefühl von Leere oder Erschöpfung. Im Außen scheint alles zu funktionieren, doch innerlich fehlt etwas Wesentliches.
Dieses Auseinanderdriften von äußerem Leben und innerem Empfinden ist oft der Punkt, an dem Menschen beginnen, sich wieder Fragen zu stellen.
Der Weg zurück zum Herzen
Der Zugang zum Herzen entsteht nicht durch schnelle Methoden. Er braucht Zeit, Ehrlichkeit und den Mut, still zu werden. Pausen, in denen nichts geleistet werden muss. Momente, in denen Gefühle nicht bewertet, sondern wahrgenommen werden.
Das Herz zeigt nicht immer das Angenehme, aber oft das Ehrliche. Wer bereit ist, diesem inneren Erleben Raum zu geben, findet nach und nach zurück zu mehr innerer Stimmigkeit.
Ein leiser, aber nachhaltiger Prozess
Die Kraft des Herzens wirkt nicht spektakulär. Sie ist ruhig, konsequent und tief. Sie lädt dazu ein, das eigene Leben nicht nur zu organisieren, sondern wirklich zu bewohnen.
Vielleicht ist genau das der Anfang von etwas Wesentlichem. Dieses Thema vertiefen wir auch in der zugehörigen Podcastfolge im Gespräch mit Dennis Del Tiglio.
Zwei Fragen zur Reflexion
In welchen Momenten spürst du, dass dein Herz leiser ist als dein Verstand?
Wo könntest du deinem inneren Erleben heute etwas mehr Raum geben?

