Imposter-Syndrom: Zwischen Selbstzweifel und innerer Reife

Es gibt Menschen, die viel können, viel tragen und viel bewegen – und sich dennoch innerlich unsicher fühlen. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher still und konstant. Trotz Erfahrung, Ausbildung oder sichtbarem Erfolg bleibt das Gefühl, eigentlich nicht gut genug zu sein. Dieses Erleben wird häufig als Imposter-Syndrom bezeichnet.

Dabei geht es nicht um fehlende Kompetenz. Im Gegenteil: Besonders oft betrifft es Menschen, die reflektiert sind, Verantwortung übernehmen und sich ihrer Wirkung bewusst sind. Menschen, die nicht leichtfertig handeln, sondern genau hinsehen – auch bei sich selbst.

Was das Imposter-Syndrom wirklich ist

Das Imposter-Syndrom beschreibt keine Störung, sondern ein inneres Erleben. Betroffene schreiben ihre Erfolge äußeren Umständen zu, während sie Fehler oder Unsicherheiten stark personalisieren. Der eigene Beitrag wird relativiert, die Leistung heruntergespielt.

Auffällig ist, dass dieses Gefühl häufig in Phasen des Wachstums auftritt. Neue Rollen, mehr Sichtbarkeit oder größere Verantwortung können innere Fragen aktivieren: Darf ich hier sein? Reicht das, was ich kann? Bin ich diesem Anspruch wirklich gewachsen?

Warum gerade reflektierte Frauen betroffen sind

Frauen, die fein wahrnehmen, die Zusammenhänge sehen und Verantwortung ernst nehmen, neigen dazu, sich selbst kritisch zu betrachten. Nicht aus Schwäche, sondern aus innerer Genauigkeit. Sie vergleichen sich weniger nach unten, sondern fast automatisch nach oben.

Diese innere Haltung bringt Tiefe und Qualität – kann aber auch dazu führen, dass der eigene Wert schwer greifbar bleibt. Das Imposter-Syndrom ist in diesem Zusammenhang weniger ein Zeichen von Unfähigkeit als von hoher innerer Maßstäblichkeit.

Freund und Feind zugleich

Problematisch wird das Imposter-Syndrom dann, wenn es handlungsunfähig macht. Wenn Entscheidungen hinausgezögert, Chancen nicht ergriffen oder eigene Leistungen dauerhaft entwertet werden. Dann übernimmt der innere Zweifel die Führung.

Gleichzeitig hat dieses Erleben auch eine schützende Seite. Es bewahrt vor Überheblichkeit, hält lernbereit und sorgt für eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle. In diesem Sinn kann es als innerer Spiegel verstanden werden – nicht als Gegner, sondern als Hinweisgeber.

Ein anderer Umgang mit innerer Unsicherheit

Statt das Imposter-Syndrom bekämpfen zu wollen, kann es hilfreicher sein, es einzuordnen. Zu unterscheiden zwischen realer Unsicherheit und überzogenem inneren Anspruch. Nicht jede innere Frage verlangt nach einer sofortigen Antwort.

Gerade für hochsensible Frauen liegt hier eine große Stärke: Sie können lernen, ihre feine Wahrnehmung nicht gegen sich zu richten, sondern als Kompetenz zu nutzen. Sensibilität bedeutet nicht Instabilität, sondern Tiefe, Verantwortungsbewusstsein und Klarheit.

Abschließende Gedanken

Vielleicht geht es nicht darum, das Imposter-Syndrom loszuwerden. Sondern darum, ihm nicht die Deutungshoheit über das eigene Leben zu überlassen. Es darf da sein – ohne zu bestimmen, wer wir sind.

Freund und Feind zugleich

Problematisch wird das Imposter-Syndrom dann, wenn es handlungsunfähig macht. Wenn Entscheidungen hinausgezögert, Chancen nicht ergriffen oder eigene Leistungen dauerhaft entwertet werden. Dann übernimmt der innere Zweifel die Führung.

Gleichzeitig hat dieses Erleben auch eine schützende Seite. Es bewahrt vor Überheblichkeit, hält lernbereit und sorgt für eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle. In diesem Sinn kann es als innerer Spiegel verstanden werden – nicht als Gegner, sondern als Hinweisgeber.

Ein anderer Umgang mit innerer Unsicherheit

Statt das Imposter-Syndrom bekämpfen zu wollen, kann es hilfreicher sein, es einzuordnen. Zu unterscheiden zwischen realer Unsicherheit und überzogenem inneren Anspruch. Nicht jede innere Frage verlangt nach einer sofortigen Antwort.

Gerade für hochsensible Frauen liegt hier eine große Stärke: Sie können lernen, ihre feine Wahrnehmung nicht gegen sich zu richten, sondern als Kompetenz zu nutzen. Sensibilität bedeutet nicht Instabilität, sondern Tiefe, Verantwortungsbewusstsein und Klarheit.

Abschließende Gedanken

Vielleicht geht es nicht darum, das Imposter-Syndrom loszuwerden. Sondern darum, ihm nicht die Deutungshoheit über das eigene Leben zu überlassen. Es darf da sein – ohne zu bestimmen, wer wir sind. Dieser Beitrag basiert auf einer Podcast-Episode, in der ich das Imposter-Syndrom aus einer differenzierten, alltagsnahen Perspektive beleuchte und einen neuen Umgang damit vorschlage.

👉 Hier kannst du die Episode anhören

Zwei Fragen zur Reflexion

In welchen Momenten meldet sich mein innerer Zweifel besonders deutlich?
Was würde sich verändern, wenn ich dieses Gefühl als Teil meines Wachstums betrachten würde?


Zurück
Zurück

Wie eine falsche Diagnose das eigene Leben verändern kann

Weiter
Weiter

Kennst du die Kraft deines Herzens?