Sieben Podcastversuche – und warum genau sie notwendig waren
Manchmal entsteht Klarheit nicht durch Planung, sondern durch Wiederholung. Durch das Anfangen, Aufhören, Neujustieren. Dieser Podcast ist nicht das Ergebnis einer einzigen guten Idee, sondern das Resultat von sieben unterschiedlichen Anläufen. Sieben Versuchen, eine eigene Stimme zu finden – und sie auch auszuhalten.
Rückblickend war keiner dieser Versuche umsonst. Auch wenn sie sich zwischendurch wie Abbrüche angefühlt haben.
Der erste Impuls: Einfach loslegen
Der erste Podcast entstand aus reiner Energie. Ein Mikrofon, ein innerer Drang zu sprechen, keine große Vorbereitung. Es ging ums Machen, nicht ums Durchdenken. Das war wertvoll, weil es den Einstieg ermöglicht hat. Gleichzeitig fehlte etwas Entscheidendes: Orientierung. Ohne ein inneres Warum wurde das Dranbleiben schwierig.
Struktur ersetzt keine Stimmigkeit
Die nächsten Versuche waren strukturierter. Themenpläne, Konzepte, feste Abläufe. Äußerlich wirkte vieles „richtiger“ als zuvor. Innerlich jedoch entstand Distanz. Die Inhalte waren durchdacht, aber nicht wirklich verkörpert. Es zeigte sich, dass Struktur allein keine Verbindung schafft – weder zur eigenen Stimme noch zu den Menschen, die zuhören.
Anpassung als leiser Stolperstein
In mehreren Podcastanläufen lag der Fokus stark darauf, wie ein Podcast sein sollte. Professionell, hilfreich, klar. Der Blick ging nach außen, nicht nach innen. Mit der Zeit wurde spürbar, wie anstrengend es ist, ein Format zu bedienen, das sich nicht natürlich anfühlt. Die Motivation ging verloren, nicht weil das Thema fehlte, sondern weil die Form nicht gepasst hat.
Nähe zur eigenen Sprache
Erst in den späteren Versuchen kam mehr Ehrlichkeit hinein. Persönlichere Gedanken, weniger Antworten, mehr Fragen. Trotzdem blieb eine innere Bremse: der Anspruch, etwas liefern zu müssen. Einen Mehrwert, eine Lösung, ein Ergebnis. Diese Haltung ließ wenig Raum für Unfertigkeit – und genau die wäre notwendig gewesen.
Der leise Wendepunkt
Der siebte Anlauf war kein Neustart mit Ansage. Es war eher ein Weitergehen ohne Druck. Sprechen, weil etwas da ist. Pausen zulassen. Gedanken nicht glätten. Nicht jede Folge abschließen müssen. In diesem Raum entstand zum ersten Mal ein Podcast, der sich stimmig anfühlte – nicht perfekt, aber ehrlich.
Warum kein Versuch umsonst war
Heute wirken diese sieben Podcastversuche wie ein Lernweg. Jeder einzelne hat gezeigt, was nicht passt. Welche Sprache sich fremd anfühlt. Welche Erwartungen müde machen. Ohne diese Erfahrungen wäre die heutige Klarheit nicht möglich gewesen.
Nicht der perfekte Plan bringt uns weiter, sondern das ehrliche Ausprobieren. Das Wahrnehmen von Reibung. Und die Bereitschaft, Wege zu gehen, die nicht geradlinig sind.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert dieser Geschichte.
Zwei Fragen zur Reflexion
Wo versuchst du vielleicht schon lange, etwas „richtig“ zu machen, das sich innerlich nicht stimmig anfühlt?
Was würde sich verändern, wenn du dir erlaubst, einen Weg mehrfach anzupassen?

