Bist du ein Original oder eine Kopie der Gesellschaft?

Viele Menschen leben ein Leben, das nach außen stimmig wirkt. Ausbildung, Beruf, Familie, Alltag – alles scheint seinen Platz zu haben. Und doch bleibt bei vielen ein diffuses Gefühl zurück: Irgendetwas passt nicht ganz. Oft hat dieses Gefühl weniger mit äußeren Umständen zu tun, sondern mit der Frage, wie viel von diesem Leben wirklich aus dem eigenen Inneren heraus entstanden ist.

Schon früh lernen wir, uns anzupassen. Wir übernehmen Vorstellungen davon, wie man zu sein hat, was als Erfolg gilt und welches Verhalten Anerkennung bekommt. Diese Prägungen begleiten uns meist unbemerkt bis ins Erwachsenenalter. Sie beeinflussen Entscheidungen, Haltungen und Prioritäten, ohne dass wir sie bewusst gewählt hätten.

Anpassung als leiser Standard

Anpassung ist nichts Negatives. Sie ermöglicht Zugehörigkeit und Orientierung. Problematisch wird sie dort, wo sie zur Selbstverständlichkeit wird und nicht mehr reflektiert wird. Viele Entscheidungen fühlen sich dann zwar logisch an, aber nicht unbedingt lebendig. Man funktioniert, erfüllt Erwartungen und merkt erst spät, dass man sich selbst dabei aus dem Blick verloren hat.

Dieses innere Abweichen zeigt sich oft subtil. Als Müdigkeit, als innere Unruhe oder als das Gefühl, ständig etwas leisten zu müssen, ohne wirklich erfüllt zu sein. Nicht selten entsteht daraus die Frage, warum das eigene Leben sich trotz äußerer Stabilität schwer oder leer anfühlt.

Was es bedeutet, ein Original zu sein

Ein Original zu sein heißt nicht, sich bewusst abzugrenzen oder gegen gesellschaftliche Normen zu rebellieren. Es bedeutet vor allem, sich selbst ernst zu nehmen. Die eigenen Werte zu kennen. Die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Und Entscheidungen so zu treffen, dass sie innerlich stimmig sind, auch wenn sie nicht immer dem entsprechen, was erwartet wird.

Das erfordert Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit. Denn oft ist es einfacher, bekannte Wege weiterzugehen, als innezuhalten und sich selbst zu fragen, ob dieser Weg wirklich der eigene ist. Originalität zeigt sich nicht im Außen, sondern in der inneren Klarheit.

Ein fortlaufender Prozess

Sich vom bloßen Funktionieren zu lösen, ist kein einmaliger Schritt. Es ist ein Prozess, der immer wieder neue Fragen aufwirft. Wo lebe ich noch nach übernommenen Vorstellungen? Wo handle ich aus Gewohnheit statt aus Überzeugung? Und wo darf ich mir erlauben, etwas neu zu wählen?

Diese Fragen sind nicht immer angenehm, aber sie sind klärend. Sie eröffnen die Möglichkeit, sich selbst wieder näherzukommen, ohne alles infrage stellen zu müssen. Oft reichen kleine, bewusste Entscheidungen, um die eigene Richtung wieder deutlicher zu spüren.

Am Ende geht es nicht darum, perfekt oder konsequent anders zu sein. Es geht darum, das eigene Leben nicht nur zu erfüllen, sondern es auch zu bewohnen.

Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, findest du das vollständige Gespräch in der entsprechenden Podcast-Episode.

👉 Hier kannst du die Episode anhören

Zwei Fragen zur Reflexion

Wo in deinem Leben passt du dich mehr an, als dir guttut?
Und was würde sich verändern, wenn du dir an dieser Stelle selbst etwas ernster nehmen würdest?


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Wie uns diese Zeitqualität wirklich verändert

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Authentic You – eine leise Einladung zurück zu dir selbst